Wilde 80er, leckere Krümelküche und Ruhrpott Haldenhopping

Hallo Ihr Lieben,

heute melde ich mich etwas verschnupft aus dem Ruhrgebiet.

Das Datum trägt die magische 17. In drei Monaten ist um diese Zeit der Vivawest Marathon bereits vorbei und ich habe ihn hoffentlich glücklich und verletzungsfrei gefinished.

Die Vorbereitung läuft wortwörtlich super. Auch die kleine Erkältung hält mich momentan nicht vom Training ab. Solang der Puls mitspielt, passt das schon. Da muss man lernen, auf den eigenen Körper zu achten und zu hören. Okay, und natürlich auf den Trainer.

Sonntags steht auf meinem Trainingsplan immer ein längerer Lauf. Momentan liegt die Distanz bei 15 Kilometern und wird nun sukzessiv erhöht, bis da Anfang Mai ein Lauf mit ca. 30 Kilometern steht. Denn in der Vorbereitung selbst läuft man die eigentliche Marathon Distanz nicht.

Mein Verein, der OTV, veranstaltet regelmäßig sportliche Events, sogenannte EnduRuns. Daran kann jeder teilnehmen, auch wenn man kein Vereinsmitglied ist. Robert, mein Trainer, hat vor einiger Zeit mal erwähnt, dass er gerne einen Spaß Lauf machen würde. Mit Musik und einem Motto. Ich habe natürlich sofort „hier“ gebrüllt und durfte mir ein passendes Jahrzehnt aussuchen. Und wie der Blogtitel wohl vermuten lässt – es wurden die wilden 80er.

In diesem Jahrzehnt bin ich geboren und aufgewachsen. Außerdem liebe ich die (Film-) Musik aus dieser Zeit. Passend zum Motto war auch der Aufruf zur Laufkleidung. Also hab ich mir neongrüne Stulpen & grün-schwarze Netzhandschuhe besorgt und das mit den buntesten Klamotten und dem Color Run Stirnband kombiniert. Oh ja, so in etwa muss sich Jane Fonda damals wohl gefühlt haben.
Ich war gespannt, wie wir alle aussehen würden. Und wir waren alle sooooo schön. Und so schön bunt. Wir sahen einfach umwerfend aus.

Der Lauf selbst ging in Duisburg entlang des Rheinufers. Wir hatten einen Ghettoblaster im Buggy dabei und zogen allesamt fröhlich gelaunt Kilometer für Kilometer gen Norden. Immer entlang des Wassers und der Industriekultur. Ich habe die unterschiedlichen Eindrücke auf meine Sinne sehr genossen.

An dem Wendepunkt nach Kilometer 7 ging es für die Leute, die wollten, noch den Alsumer Berg rauf. Nach meinem – nennen wir es mal „Krombacher Bergdrama“ – nehme ich jede Gelegenheit mit, ein paar Höhenmeter zu sammeln. Auch wenn mir das immer noch deutlich schwer fällt.

Nach einem Aussichtgenießermoment und einem schönen Gruppenfoto ging es wieder runter zu den anderen und zurück zum Startpunkt. Am Ende hatten wir alle 15 Kilometer auf der Uhr, gute Musik im Ohr, hervorragende Laune im Herzen und ein Lächeln im Gesicht. Ein Stück Kuchen und nen heißen Tee gabs als Abschluss auch noch.

Und so hat das Laufmädchen es übrigens auch schon wieder in die Lokalpresse geschafft.

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Während der Vormittag vom Wetter her eher trüb und grau war, traute sich ab mittags die Sonne raus. Und da „in der Bude hocken“ ja bekanntlich nicht so meins ist, bin ich mit meiner lieben Freundin Kati noch mal losgezogen. Zufällig auch wieder nach Duisburg.

Denn wer vorher viel läuft, hat viel Hunger!

Ein Besuch in der Krümelküche stand an.

Dieses vegane Café hat erst vor einigen Monaten eröffnet und wurde durch eine Crowdfunding Aktion unterstützt. Die beiden Besitzer Sarah und Dennis sind jeden Tag selbst vor Ort – entweder in der Küche, an der Kaffeemaschine oder im Service.
In der Krümelküche wird nämlich auch noch alles selbst und frisch zubereitet. Es gibt eine feste Karte mit Sandwiches, Burger & Salaten, dazu verschiedene Wochengerichte und eine große Auswahl an Kuchen und Cookies.

Der Laden selbst ist voll mit liebevollen Details, in mancher Ecke wie bei Omma in der guten Stube, und im Eingangsbereich ist ein kleiner veganer Lebensmittel- und Deko- / Kunstbereich.

Manchmal finden dort auch kleine Konzerte in Wohnzimmeratmosphäre statt.

Das Essen (Kichererbsencurry mit Reis, Vanille Soja Latte & Apfelkuchen) war wie immer total lecker und wir sind mit vollem Bauch weiter gezogen.

Tiger & Turtle Mountain

Das ist eine Stahlkonstruktion, die aussieht wie eine Achterbahn aus Treppen.
Das Ganze steht auf einer kleinen Halde.
Wenn man dort ankommt, wirkt es irgendwie total skurril, denn es grenzt direkt an ein Wohngebiet.
Nach einer schlechten Beschilderung, mehrmaligem wilden Abbiegen steht man dann plötzlich einfach direkt davor.

In wenigen Gehminuten ist man oben angekommen und kann auch selbst auf den Treppen laufen. Den kompletten Loop allerdings nicht. Wenn man auf dem Gerüst steht, dann ist das bei dem windigen Wintertag eine ganz schön wacklige aber unheimlich spannende Angelegenheit.

Da die Sonne immer noch schien und wir so große Halden- und Ruhrgebietsaussichtsmädchen sind, sind wir spontan noch weiter nach Bottrop zur Halde Haniel gefahren. Diese Halde liegt direkt am Bergwerk Prosper Haniel und ist größentechnisch natürlich eine ganz andere Hausnummer.

Für den Aufstieg haben wir ca. 30 matschige Minuten gebraucht. Aber wenn man einmal ganz oben steht, dann liegt Dir das Ruhrgebiet zu Füßen. Einfach traumhaft.
Die Sonne tauchte langsam ab, der Himmel färbte sich mystisch rosa, lila und grau, nach und nach gingen überall die Lichter an. Es war wunderschön, den Wechsel vom Tag zum Abend dort oben zu erleben.

Auf der Halde selbst ist eine bunte Balkenkonstruktion. Diese Holzbalken sind aus über 100 Eisenbahnschwellen geschaffen. Die Arbeit verbindet die „scheinbaren Gegensätze von Industrieraum und Natur“ (Aussage des Künstlers).
Nun ja. Nett anzuschauen ist es auf jeden Fall.

Direkt unter diesen sogenannten Totems befindet sich ein im Vollkreis angelegtes Amphitheater mit 800 Plätzen, die Bergarena. Wirklich genutzt wird dies aber wohl leider nicht.

Der Aufstieg zur Halde ist gleichzeitig übrigens ein Bergbaulehrpfad mit typischen Maschinen und Geräten aus dem Bergbau. Auf dem südlichen Plateau der Halde sieht man ein großes Holzkreuz. Das wurde aus alten Spurlatten der Prosper Haniel von Auszubildenden gefertigt. Der Weg, der dort entlang führt, ist der Kreuzweg. An Karfreitag wird dieser Weg wohl auch für Prozessionen genutzt.

Ich werde diese Halde definitiv wieder besuchen. Zum Beispiel bei meinem nächsten Trainingslauf im März. Man munkelt, meine Laufverabredung möchte mich zum Höhentraining einmal da hoch scheuchen. Davor werde ich die Strecke mal mit dem Mountainbike testen. Die Halde ist von Wald und Seen umgeben. Wirklich traumhaft schön. Dort bin ich im November ja auch meine ersten 25 Kilometer gelaufen. Und wenn man so ein tolles Erlebnis damit verbinden kann, ist es irgendwie umso schöner.

So denn Ihr Lieben, nun sollte wirklich jeder mal gesehen haben, wie schön es hier im Ruhrgebiet ist!

Viele von Euch haben mich gefragt, wie konkret mein Trainingsplan ausschaut. Deshalb werde ich den Plan neben dem Eventkalender veröffentlichen und aller zwei Wochen erweitern. Denn meinen Plan bekomme ich aller 14 Tage. Was danach kommt, weiß ich selbst nicht genau.

Beim nächsten Blogeintrag werde ich Euch von meiner Weiberfastnacht als Miss Captain America berichten. Denn ich war beim Kölner Karneval.

Bleibt gesund und passt auf Euch auf,

Eure Katrin

P.S. ich weiß, dass die Quali der Fotos manchmal nicht so der Knaller ist. Aber ey, wer geht schon mit ner Spiegelreflexkamera laufen? 😛

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2 Gedanken zu “Wilde 80er, leckere Krümelküche und Ruhrpott Haldenhopping

  1. Pingback: reinverliebt: Die Krümelküche in Duisburg | sonnenpuzzleteilchen

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