Das Laufmädchen und der Feuerwehrmann

KINDER AN DIE MACHT

… das sang schon Herbert Grönemeyer.

Ich liebe Kinder. Wenngleich ich bislang noch keine Eigenen habe, darf ich in meinem Freundeskreis viel erleben und viele Kinder aufwachsen sehen.
Rabauken oder Zicken. Säugling oder Schulkind. Ich mag sie alle. Obwohl, oder vielleicht gerade weil sie mich mit Schokopudding bekleckern und gnadenlos beim Memory abziehen.
So sehr, dass meine Wohnung voller Kids Art ist. Denn dort hängen nicht nur Fotos, sondern auch Kunstwerke – vom Strich (wenn Emma lieber den Stift ankaut, anstatt ihn zu benutzen), über Schneemann und Mietzekatze, bis zum Einhorn oder „Be your own Superhero“ Schriftzug ist alles dabei. Und ich bin unendlich dankbar, ein Teil davon sein zu dürfen.

Diese Kinder bereichern nicht nur meine Wohnung, sondern mein Leben. Auch wenn es nach Phrasenschwein klingt – diese Kinder sind unsere Zukunft.

Wir vermitteln mit unserer Erziehung unsere Werte, Ansichten und können dabei selbst so viel von Kindern lernen. Wie oft sieht man eine gestresste Mutti, die ein träumendes Kind im Park anbrüllt „mach hin, wir haben keine Zeit“… Kinder sehen diese Welt mit anderen Augen. Nehmen Dinge wahr, die wir Erwachsenen übersehen. Weil wir ständig auf der Flucht sind vor uns selbst und geprägt von Alltag, Termindruck und Jobstress.

Ich wünsche mir, dass die Kinder hin und wieder dennoch das Kommando haben dürfen – und Mutti und Vati auch mal die Welt durch diese Kinderaugen sehen – und dabei etwas „entschleunigen“ können.

Nicht jedes Kind hat das Glück, gesund bei den Eltern aufwachsen zu können. Denn Krebs beispielsweise, kennt kein Alter und unterscheidet nicht zwischen jung oder alt, schwach oder stark.

Oftmals sind die Familien, deren Kinder an Krebs erkranken mit dieser Situation allein. Sie kämpfen zwar gemeinsam mit Ärzten um das Überleben ihrer Kinder, müssen aber oftmals ihre Jobs aufgeben und wanken zwischen Hoffnung und Verzweiflung.
Deshalb ist es wichtig, dass es Menschen und Organisationen gibt, die diese Familien unterstützen. Zum einen natürlich finanziell, zum anderen aber auch mit Rat und Tat.

Es fällt mir schwer, diesen Blogpost mit einer notwendigen Distanz und Neutralität zu verfassen. Denn wenn es um Krebs geht, pocht mein Herz schneller und meine Augen werden feucht. Diese Krankheit ist fies, heimtückisch, gemein und kann jeden treffen. Du kannst nichts weiter tun, als auf Dich zu achten und regelmäßig zum Arzt zu gehen.

Wie tragisch muss es sein, wenn in ganz jungen Jahren Dein Kind daran erkrankt?

Flugkraft

Das dachte sich auch Marina Park. Sie ist im Vorstand der Stiftung LEUKIN, dem Verein zu Hilfe leukämiekranker Kinder.
Sie hat „FLUGKRAFT – Fotoprojekt gegen Kinderkrebs“ ins Leben gerufen.

Wer mich näher kennt, hat mich schon mal mit einem Armband gesehen. Seit ca. 2 Jahren trage ich dies. Der ein oder andere hat auch bereits schon eins von mir erhalten. Auf vielen Laufevent Fotos sieht man dieses Band sehr deutlich. Denn ich lege es nie ab. Seit einigen Wochen trage ich nun ein schwarzes „Flugkraft Gründerarmband“. Denn bald gibt es noch eine, durch Crowdfounding finanzierte Video Dokumentation.

Die Spenden, die Flugkraft sammelt, gehen alle an LEUKIN. Denn hier geht es auch darum, die Typisierungen für Knochenmarkspenden zu bezahlen. Denn jeder kann dies grundsätzlich kostenneutral über die DKMS durchführen lassen. Das tut auch überhaupt nicht weh den ersten Test zu machen. Man bekommt Wattestäbchen, die aussehen wir große Q-Tips, nach Hause geschickt, und sendet diese dann mit einem Mundabstrich wieder ein. Diese Typisierung verursacht aber Kosten in Höhe von ca. 50 Euro. Und diese Kosten werden z.B. durch die Spenden an LEUKIN gedeckt.

Bei meinem Marathon Debüt am 17. Mai wird Flugkraft auch im Ruhrgebiet dem ein oder anderen ins Auge springen. Denn auf unseren Lauftrikots tragen wir den FLUGKRAFT Schriftzug.

Möchtest auch Du ein Teil der Flugkraftkette werden? Dann schreib mich an – ein Armband kostet 5 Euro und ich habe immer welche da.

Jetzt fragt Ihr Euch sicher, wann endlich der Feuerwehrmann die Blogpost Bühne betritt? JETZT!

Paulinchens Jakobsweg

Hier geht es um jemanden, der auch ein großes Herz (für Kinder) hat: Michael Weiner, Brandoberinspektor aus Mannheim.

Er setzt sich mit einem ganz besonderen Projekt für Kinder ein, die Verletzungen durch Verbrennungen oder Verbrühungen erleiden.
Und damit unterstützt er den Paulinchen – Initiative für brandverletzte Kinder e.V..
Michael wird ab dem 22. März auf große Reise gehen.
Er wird in voller Feuerwehreinsatzkleidung 880km vom Jakobsweg gehen. Das Ganze läuft unter dem Projekt „Paulinchens Jakobsweg„.
Das bedeutet, er begibt sich auf große Pilgertour und hat dabei noch zusätzlich 25 Kilo dabei (Jacke, Hose, Helm und Pressluftatmer).
Man kann Michael auch dabei unterstützen und Kilometerpatenschaften übernehmen. Pro Kilometer (den kann man sich auf der Website aussuchen kann) bezahlt man 25 Euro. Diese landen dann zu 100 % bei der Paulinchen Stiftung. Denn die Reise, mit all den Kosten für Verpflegung, Unterkunft etc. bezahlt er selbst. Außerdem geht dafür sein Jahresurlaub drauf – denn das Projekt wurde zwar durch seinen Arbeitgeber genehmigt – aber eben nicht finanziert.

Michael arbeitet als Feuerwehrmann bei der Stadt Mannheim – und kam eigentlich über Umwege zu dieser Berufung. Denn er ist studierter Wirtschaftsinformatiker. In den Endzügen seines Studiums hat er in Kalifornien ein Auslandssemester absolviert. Dort waren zu dieser Zeit verheerende Waldbrände und er schloss sich dem amerikanischem roten Kreuz an, um mit anzupacken. Er bekam durch viele Ideen und beherztes Engagement vor Ort immer mehr Verantwortung und hat dann gemerkt, dass ihn das auf Dauer glücklicher machen wird, als in einer IT Abteilung Server zu administrieren oder Software Updates einzuspielen.

An diesem Wochenende bin ich recht spontan in meine alte Wohngegend gefahren. Denn vor meinem Umzug nach Essen, habe ich 6,5 Jahre lang in Speyer gelebt und in Mannheim gearbeitet.
Heute früh habe ich Michael bei einem seiner vielen Trainingseinheiten begleitet.
Er in Feuerwehrbekleidung. Ich im Laufmädchen Outfit.

Wir sind gemeinsam für 2 Stunden entlang des Neckars gelaufen. Begleitet von viel Sonne, die lustigerweise weder davor, noch danach schien. Für 45min durfte ich auch mal einen Teil seiner Ausrüstung tragen.
Inklusive Helm auf meiner Captain America Mütze. Das fühlte sich ein bisschen an wie Backpacking.

Michael hat regional schon unheimlich viel Medienwirksamkeit erlangt – die Zeitungen und auch das lokale Fernsehen haben darüber schon ausführlich berichtet. Auch der Bürgermeister hat bereits zum Hände schütteln geladen.

Vielleicht helft Ihr etwas dabei mit, das Projekt weiter zu verbreiten?

Ich werde persönlich auch einen Teil dazu beitragen. Denn ab dem 30. März werde ich Michael vor Ort in Spanien für einige Tage selbst begleiten. Ich würde mich freuen, wenn sich unter meinen Freunden, Bekannten und Lesern einige Kilometerpaten für diese Streckenabschnitte (ab Kilometer 250) finden.
Jeder, der dabei ist, bekommt von mir nach meiner Rückkehr ein persönliches Laufmädchen Dankeschön und eine Postkarte von eben diesem Streckenabschnitt.
Und mal Hand auf Herz – 25 Euro – die tun doch nicht wirklich weh, oder?
Also hier entlang: http://www.paulinchens-jakobsweg.de/km-patenschaft/

Michael ist übrigens auch ein Laufjunge. Und er ist bereits einen Marathon gelaufen – was mir ja noch bevor steht.
Außerdem ist er den Camino de Santiago schon mal gelaufen, bevor er zum Feuerwehrmann wurde.
Seit einiger Zeit ist er Vegetarier (mit veganen Ansätzen) und das war schon ein lustiger Zufall.
War dann ja auch irgendwie absehbar, dass wir nach unserer Einheit noch gemeinsam etwas essen gegangen sind. In seinen Lieblingsladen – dem Café Vienna in den Mannheimer Quadraten. Dort gab es dann einen leckeren Salat mit Tofuwürfeln und ein paar lustige Blicke. Kein Wunder… ein Feuerwehrmann und ein leuchtendes Laufmädchen fallen eben auf…. und so sah das heute aus:

Ich wünschte, es gäbe mehr solcher Menschen.
Sorry Captain, aber mein persönlicher Superheld des Jahres 2015 ist eindeutig Michael.

Bis bald Ihr Lieben und bleibt gesund!

Eure Katrin

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2 Gedanken zu “Das Laufmädchen und der Feuerwehrmann

  1. Ein ganz tolles Projekt das Du da unterstützt!
    Ich hätte auch gerne so ein Armband. Können wir gerne beim nächsten Treffen mal besprechen!
    Auch Dein Nlog zu diesem Projekt ist wieder erste Sahne!
    Mach weiter so….

  2. Pingback: Paulinchens Jakobsweg und Flugkraft | laufmädchen – Auf anderen wegen

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